Wann sollte man lernen zu verzeihen?

Ich arbeite derzeit wieder in der Pflege, da es in der Werbebranche nicht immer unbedingt fair zugeht. Zum einen habe ich sehr wenig Geld für meine Arbeit erhalten und zum anderen, kann jedes Projekt zu einem Endlosprojekt werden, wenn man nicht von Beginn an die richtige Herangehensweise legt. Jedoch habe ich schon einmal in der Pflege gearbeitet und natürlich eine Ausbildung in diese Richtung absolviert. Ich habe diesen Job mal gemacht, da es mir unwahrscheinlich viel bedeutet, anderen Menschen helfen zu können. Und wo ist dieses nicht nötiger als innerhalb der Pflegeeinrichtungen? Viele Menschen sind herzlich und sehr dankbar, für die Arbeit die man bei ihnen leistet. Sie fühlen sich gar manchmal verpflichtet, stetigen Dank auszusprechen. Im Laufe der Jahre hab ich einen Blick dafür erhalten können und kann dieses inzwischen deshalb sehr gut verstehen. Es gibt nicht mehr viele Menschen, die diesem Job nachgehen wollen.

Zum einen natürlich wegen der Bezahlung und zum anderen einfach deshalb, weil es körperlich und psychisch sehr belastend sein kann. Aber das muss es in keinem Fall! Ich hab inzwischen ein Angebot erhalten und dieses wahrgenommen. Normalerweise bin ich der Ansicht, erst einmal etwas anderes zu machen.. Die Arbeit hat mich damals bis nachhause begleitet und auch nach Feierabend nicht mehr in Ruhe gelassen. Das hat aber daran gelegen, dass es einfach nie ein Ende und überhaupt keine Struktur gab. Sprich, man erhielt im Laufe seiner Arbeitsstunden Chaos und erhielt dieses auch nach Feierabend. Viele unmenschliche Dinge sind geschehen, die ich nicht mehr mit meinem Gewissen habe vereinbaren können! Ich war mir sicher nie wieder solch eine Verantwortung zu übernehmen und schon gar nicht fahrlässige Handlungen zuzulassen. Leider interessiert es wenige Menschen/ Schwestern heute. Dies liegt daran, so sagte man es mir mal:* Christin, wenn Du diesen Job einige Jahre machst? Dann härtest Du auch ab!* Meine Antwort jedoch war ganz klar, denn NEIN! Bevor ich so werde, höre ich auf als Pflegerin zu arbeiten..

Aber zurück zum eigentlichen. Ich erlebe jeden Tag traurige Menschen! Menschen die ihr Leben lang fleißig gewesen sind und vor allem aber, jeglicher Verpflichtung als Mama/Papa nachgekommen sind. Hinzu kommt, dass sie in einer anderen Zeit tätig gewesen sind! Krieg! Die Zeit des Krieges können wir zum Glück nicht beurteilen und ich möchte nicht wissen, was es bedeutet neben solch einer schweren Zeit, auch noch als Mama und Frau handeln zu können? Das muss ganz einfach schrecklich gewesen sein und ich sage es immer wieder!? Egal ob Mama/Papa ? Es sind immer noch Menschen und jeder Mensch macht Fehler. Nur weil man Kinder gezeugt hat, erhält man kein zusätzliches Paket an Nerven oder Geduld. Also wie kann es sein, dass diese Menschen im Alter alleine gelassen werden? Wie kann man nachts ruhig schlafen gehen, wenn man bedenkt das ein Elternteil krank und einsam ist? Wir reden hier immerhin von unseren Eltern und das kann nicht sein.

Es mag viele Geschichten geben und sicher auch viele Beweggründe um in gewisser Form so tätig zu werden. Aber es gibt in meinen Augen keine einfache Erklärung oder banale Ausrede für solch ein Verhalten. Wir sprechen hier nicht von der körperlichen Pflege, welche teilweise oder ganz übernommen wird. Wir sprechen in erster Linie über das seelische Befinden und das geht mit Sicherheit flöten, denn die Gedanken bleiben! Egal wie alt man ist und in welcher Situation man sich befindet. Selbst wenn es vor Jahren mal einen Streit gegeben haben soll..Oder was ich auch immer mal höre, das Fehlverhalten als Schwiegermutter/ Schwiegervater. Inzwischen sollte jedem klar sein, dass es dennoch keine Rechtfertigung dafür gibt, keinen Besuch/ Fürsorge/ Liebe zu erbringen.

Wenn ich daran denke, dass ich einmal vor diesem Moment stehe..in welchem es in diesem Fall dann um meine Eltern geht?! Wird mir schlecht, da ich nicht wissen werde welches der richtige Weg sein wird. Des Weiteren wünsch ich mir aus tiefstem Herzen, dass meine Kinder immer an meiner Seite stehen werden, egal was kommt/ passiert! Aber ebenso steht klar, dass ich für meine Kinder keine Belastung sein möchte. Überlegt Euch bitte 2-3 x ob es richtig ist, so zu handeln und man nicht doch über seinen Schatten springen sollte. Die Zeit ist so schnell vorüber und sollte zu Ende hin nicht zerstört werden, durch fehlerhafte Versprechen oder die reine Ignoranz. Ich danke Euch für Eure Zeit auf meinem Blog, Kroos

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